Männer 2: SG NIED II kommt mit blauem Auge davon

Zum Jahresauftakt erwartete die SG NIED II in der heimischen Niddahalle die viertplatzierte HSG Steinbach / Kronberg / Glashütten III und hob sich für den Abschluss der Rückrunde ihre bisher schlechteste Saisonleistung auf. Das Ergebnis von 24:20 (Halbzeit 10:9) erweist sich als untauglich, dem Spielgeschehen auch nur ansatzweise Rechnung zu tragen.

„Ganz egal, wen ich auf die Platte gestellt habe, meine Jungs hatten offenbar nur ein Ziel vor Augen: Den Ball möglichst nicht im Tor unterzubringen! Ich habe mir in der Halbzeitpause einen Kaffee geholt und das surreale Treiben fassungslos an mir vorbeiziehen lassen“, sagte Trainer Christian Pforr nach Einschätzung eines semi-professionellen Gedankenlesers.

Tatsächlich hatte die Chancenauswertung der Nieder Buben am frühen Sonntagabend einen Hauch von Satire. Ein ums andere Mal kamen die in weiß gekleideten Nieder zum Abschluss, doch selbst bei unbedrängten Tempogegenstößen, freien Abschlüssen von sechs Metern oder Strafwürfen aus sieben Metern scheiterten sie abermals kläglich.

Ein Spielerbeobachter aus Oberursel, der vor allem die Schwachstellen der Nieder Konkurrenz notieren wollte, musste bereits nach rund 20 Spielminuten neues Papier holen. So begab es sich, dass die Heimmannschaft in der ersten Halbzeit sogar phasenweise mit zwei Toren in Rückstand geriet. Gegen ein Auswärtsteam, das zwar aufopferungsvoll kämpfte, aber leistungsmäßig nicht zum Favoritenkreis der Klasse zu rechnen ist.

Auch die Ausfälle von Fink, Herrmann, Wojnar, Ljubičić und Schuldt (Glückwunsch zum Nachwuchs!) können nicht als Ausrede herhalten, da der Kader bis auf den letzten Platz voll besetzt war. Ob es dem Einfluss einer kritischen Mondphase oder der vorabendlichen „Hüttenparty“ geschuldet war, sollen nun die Analysen und Einzelgespräche in den nächsten Tagen ergeben.

Der Favorit aus Nied, der in diesem Jahr unbedingt aufsteigen möchte, ist jedenfalls gerade so noch mit einem blauen Auge davongekommen. Normalform erreichten dabei allenfalls Alexander Hamdorff, der spritzige Jungspund auf den Außenbahnen, sowie Torhüter Daniel Börner. Es vermag kein Zufall sein, dass beide Akteure Medienberichten zufolge Mormonen sind und daher weltlichen Lastern wie dem Alkohol und Tabak völlig entsagt haben.

Janis Dörr spielte zwar keine fehlerfreie Partie, wurde aber mit 8 Treffern von der nicht-anwesenden EHF Jury folgerichtig zum „Man of the match“ gekürt. Die weiteren Tore erzielten Jens Scherkamp und Alexander Hamdorff (je 3), Kristof Jung und Shahsad Rahman (je 2) sowie Philipp Garthe, Oliver Schorcht, Dustin Gath, Stefan Wegmann, Christopher Lucke und Dennis Scherkamp (je 1).