Männer 2: Dramatisches Ende im Spitzenspiel

Nachdem es im Hinspiel noch eine deutliche 33:24 Niederlage setzte, wollten die Nieder Buben nun in der heimischen Niddahalle gegen den SV Seulberg zur Revanche ansetzen. Als Drittplatzierter gegen den Zweitplatzierten handelte es sich zugleich um ein echtes Spitzenspiel, mit einer kleinen Resthoffnung auf den direkten Aufstieg.

Die vielen Ausfälle auf Seiten der Nieder waren vor allem in der Anfangsphase spürbar, als Seulberg schnell auf 2:5 davonzog. Trotz des zwischenzeitlichen 5:5 Ausgleichs zogen die Gäste dank leichtfertiger Ballverluste bis zur 18. Minute auf 6:10 davon. Erst nach einer Auszeit kam die Heimmannschaft besser in die Partie und ging unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff nach einer Aufholjagd erstmalig mit 12:11 in Führung.

„Die Jungs haben in dieser Formation noch nie zusammengespielt, es war eine ordentliche Leistung gegen einen starken Gegner – leider haben wir uns das Happy End ein bisschen selbst versaut“, sagte Betreuerin Steffi Weichs nach dem Schlusspfiff. Tatsächlich schaukelte das Spiel auch im zweiten Durchgang hin und her, lange Zeit lagen die Gäste in Führung.

Als Nied drei Minuten vor dem Ende das 27:25 erzielte, schien man sich für den guten Kampf mit zwei Punkten zu belohnen. Zunächst verkürzte Seulberg auf ein Tor, ehe Alexander Mirschel beim Abschluss behindert wurde, die Pfeife des Schiedsrichters jedoch erst auf dessen Protest hin ertönte und eine 2 Minuten Strafe sowie Freiwurf für Seulberg zur Folge hatte. Eine zumindest sehr zweifelhafte, in jedem Fall spielentscheidende Auslegung des Unparteiischen.

Seulberg nutzte den Ballgewinn zum 27:27 Ausgleich, doch noch blieben rund 25 Sekunden auf der Uhr. Als alle Spieler und die gut gefüllte Hallentribüne mit einem fulminanten letzten Angriff rechneten, hatte Christopher Lucke jedoch eine andere Idee und spielte die verbleibende Zeit mit Raffinesse und Geschick in der eigenen Hälfte herunter. „Ich dachte wir führen mit einem Tor“, stammelte er sichtlich gebeutelt nach Abpfiff und bat vielfach um Entschuldigung.

„Letztlich ist das Unentschieden nach dem Spielverlauf in Ordnung, aber gefühlt gab es nach Schlusspfiff erstmal nur Verlierer“, gab Christian Pforr noch zu Protokoll. Auf der einen Seite sah er sich mit den hängenden Köpfen seiner eigenen Mannschaft konfrontiert, die dem unglücklichen Punktverlust hinterhertrauerten. Auf der anderen Seite flossen bei Seulberg sogar Tränen, da man das Saisonziel Aufstieg nun wohl endgültig abschreiben kann.

Für Nied trafen Torsten Schuldt (10/6), Stefan Wegmann (6), Kristof Jung (4), Shahsad Rahman (3), Alexander Mirschel (2), Nico Bambach (1) und Christopher Lucke (1). Zudem spielten Yannick Brode, Christian Pforr, Nico Pfortner und Dennis Scherkamp. Im Tor half spontan Jerome Peiter aus, der seine Sache außerordentlich gut machte.